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Erinnerungen von Wulf-Dietrich Rose

Diese Seite wurde zuletzt am 26. Oktober 2022 aktualisiert.

 

Eine Episode aus dem Leben des Leiters eines Gralskreises

Ein vermögender älterer Kreuzträger, Herr B., wendet sich kurz vor seinem Tod an den Leiter des Gralskreises in Bad Salzuflen (Deutschland), dem er seit vielen Jahren zugehört. Er möchte nach seinem Ableben im Rahmen einer Gralsbeisetzung beerdigt werden. Da er Witwer ist und keine Kinder hat, bittet er den Leiter des Gralskreises, Herrn R., die Aufgaben seines Testamentsvollstreckers zu übernehmen. Herr R. stimmt zu, er erhält Schlüssel zu einem Tresor und dem Wohnhaus von Herrn B.; gemeinsam werden alle weiteren Wünsche von Herrn B. besprochen.

 

Bald danach stirbt Herr B. Der Leiter des Gralskreises meldet der Gralsverwaltung Deutschland, dass Herr B. verstorben ist und bittet darum, den Kontakt zu dem für die Durchführung der Gralsbeisetzung zuständigen Berufenen herzustellen. Der damalige Leiter der Gralsverwaltung Deutschland, Herr Schulze, erkundigt sich bei Herrn R. nach dem Nachlass des Verstorbenen, der in der Vergangenheit regelmäßig beträchtliche Summen an die Gralsverwaltung Deutschland und die Gralsverwaltung Vomperberg gespendet hatte. Der Leiter des Gralskreises, Herr R., antwortet, dass er als Testamentsvollstrecker eingesetzt wurde und Herrn Schulze berichten würde, falls es nach der Öffnung und Kenntnis des Testaments einen Anlass dafür gibt.  

 

Herr Schulze antwortet, dass er die Testamentsvollstreckung übernehmen will und Herr R. ihm morgen die Schlüssel

zu dem Tresor und dem Wohnhaus von Herrn B. übergeben soll. Das lehnt Herr R. ab. Herr Schulze antwortet, dass er darüber mit der Gralsverwaltung Vomperberg sprechen wird und sich wieder meldet. Eine Stunde später teilt Herr Schulze dem Leiter des Gralskreises mit, dass er mit dem Nachtzug morgen früh ankommen würde und abgeholt werden möchte.

 

Am nächsten Tag verlangt Herr Schulze sogleich bei seiner Ankunft die Übergabe der Schlüssel und die Übertragung der Aufgaben als Testamentsvollstrecker an ihn. Herr R. weigert sich und so kommt es zu einem heftigen Eklat. Beide einigen sich darauf, dass diese Angelegenheit nach der Gralsbeisetzung der Gralsverwaltung Vomperberg vorgetragen wird.

 

Die Testamentseröffnung ergab, dass Herr B. sein gesamtes Vermögen seinem Gralskreis für den Bau einer Andachtshalle hinterlassen hat. Die Beziehung zwischen dem Leiter der Gralsverwaltung Deutschland und Herrn R. ist durch diesen Vorfall schwer gestört und verschlechtert sich weiter, als Herr R. sich weigert, weiter wie bisher ausführliche monatliche Berichte über die Treffen in seinem Gralskreis an die Landesleitung zu schicken. Er weigert sich mit der Begründung, dass er kein Stasi-Mitarbeiter ist und verlangt, dass diese Differenzen auf dem Vomperberg mit Herrn Vollmann, dem damaligen Geschäftsführer der Gralsverwaltung Vomperberg besprochen werden.

 

Dieses Treffen fand anläßlich der kurz bevorstehenden Feier auf dem Vomperberg im September 1972 statt. Anwesend waren Herr Herbert Vollmann, Herr Rechtsanwalt Dr. Richard Steinbach, Herr Rechtsanwalt Dr. Kurt Große, Herr Schulze und der Leiter des Gralskreises Herr R.. Wie mir Herr R. direkt nach diesem Treffen schilderte, dauerte dieses Treffen nur fünf Minuten. Herr Vollmann erklärte im Namen aller anderen, dass man schon alles besprochen habe, also keine weiteren Erörterungen erforderlich seien. Herr R. solle sich jetzt und hier entscheiden, ob er in Zukunft den Anweisungen des von Frl. Irmingard als Jünger für die Leitung der Gralsverwaltung Deutschland berufenen Herrn Schulze uneingeschränkt Folge leisten wird oder nicht. Wenn nicht, müsse er jetzt in diesem Kreis seinen Rücktritt als Leiter des Gralskreises B. erklären. Denn ein Widerstand gegen Herrn Schulze sei auch ein Widerstand gegen Frl. Irmingard. Herr R. antwortete, dass er sich keineswegs gegen Frl. Irmingard stelle und versuchte seine Position zu erklären. Er wurde abrupt unterbrochen und bekam nur eine Minute Zeit, um sich zu entscheiden.

 

Ein Jahr nach dem Treffen auf dem Vomperberg trat er als Leiter des Gralskreises zurück. Er hatte diesen Gralskreis Anfang der fünfziger Jahre gegründet und 20 Jahre lang geleitet. Seine Entscheidung, in Zukunft den Anweisungen zu folgen, bereute er mir gegenüber auf seinem Sterbebett als größten Fehler seines Lebens. 

 

Als seine Ehefrau - meine Mutter - mit Herrn Schulze Kontakt aufnahm um ihm den Tod ihres Mannes mitzuteilen und um die Vorbereitungen für die Gralsbeisetzung zu besprechen, bekundete Herr Schulze sein Mitleid und wies als erstes sehr deutlich darauf hin, dass ich nicht an der Gralsbeisetzung meines Vaters teilnehmen darf, weil ich aus der Gralsbewegung ausgeschlossen wurde.

 

Wulf-Dietrich Rose

 

 

Eine Episode aus meiner Zeit auf dem Vomperberg

Als ich das erste Mal für ein halbes Jahr auf dem Vomperberg arbeitete um zu erfahren, wie eine Gruppe Menschen aus aller Welt das Wissen aus der Gralsbotschaft umsetzt und danach lebt, war ich 19 Jahre alt. In der Gralsbotschaft hatte ich seit meinem 15. Lebensjahr eifrig gelesen und es war für mich klar, dass die Gralsbotschaft die Grundlage meiner Lebensgestaltung wird.

 

Meine Augenfarbe ist braun, doch bald bekam ich zu hören, dass ich blauäugig sei. Nach und nach verstand ich, dass das Leben nach der Gralsbotschaft damals, im Jahr 1959, erst in kleinen Ansätzen auf dem Vomperberg möglich ist. Es war eine sehr harte Zeit, von morgens um 6 Uhr bis abends um 18 Uhr, von Montag bis Samstag harte und schwere Arbeit in der Landwirtschaft, dem Strassenbau, im Wald Bäume fällen und alles ohne Maschinen für umgerechnet 70.-- DM im Monat, sehr einfachem Essen aber auf einem gesunden Strohsack im Männerlager. Nach einem halben Jahr, als der Winter begann, war ich froh, wieder in Deutschland zu sein.

 

Ich hatte viel zu verarbeiten. Es passte alles nicht zusammen was ich erlebt hatte. Als ich meinem Vater davon berichtete, dass sich das Leben auf dem Vomperberg zu den Zeiten, wenn er und viele Kreuzträger zu den Feiern kommen, sehr stark von dem Leben zwischen den Feiern unterscheidet, hätte er mich fast aus dem Elternhaus geworfen. Mein Vater hat den Gralskreis in Bad Salzuflen gegründet und viele Jahre geleitet.  

 

Nach drei Jahren in der Zivilisation, gewonnener Klarheit und Tatendrang zog es mich wieder auf den Vomperberg. Wie lange? Ich hatte mich nicht festgelegt. Es hatte sich viel geändert. Ich auch; wenn ich irgendwo sah, dass etwas aus meiner Sicht nicht mit der Gralsbotschaft zusammen passte, machte ich meinen Mund auf. Schnell war ich als kleiner Revoluzzer bekannt, der viel Unruhe und Veränderung verursachte. Völlig verblüfft war ich darüber, dass sich noch schneller etwas änderte, wenn ich mich an Frl. Irmingard wandte. Das wurde dann noch effektiver, als sie mich für ihre Besorgungsfahrten und die tägliche Rundfahrt in der Gralssiedlung als Fahrer engagierte.

 

Es gab auf dem Vomperberg eine Jüngerin, Frau S., deren Aufgabe es war, die große Schar der weiblichen Angestellten anzuleiten; sie war deren Vorgesetzte und sie war sehr streng. Ich hatte mich bei ihr unbeliebt gemacht. Eines Tages kam ich zufällig in dem Moment in mein Zimmer, als Frau S. den Schrank in meinem Zimmer durchsuchte. Ich stellte sie zur Rede, aber sie redete sich damit heraus, dass sie nur kontrollieren wollte, ob mein Zimmer gut geputzt worden war. Ich berichtete bei nächster Gelegenheit Frl. Irmingard von dem Vorfall. Wenige Stunden danach war Frau S. von ihren bisherigen Aufgaben entbunden und hat von da an für den Rest ihres Lebens in der Gärtnerei gearbeitet. Wahrscheinlich gab es schon vorher Kritik an Frau S.

 

Ich berichte von diesem Beispiel deshalb so ausführlich, weil es geeignet ist, um zu zeigen welche Macht Frl. Irmingard hatte und wo diese Macht endete.

 

Es gab schon zu der Zeit viele Probleme in der Gralsbewegung, auf dem Vomperberg und in der Familie von Frl. Irmingard, die den mühevoll gepflegten Anschein einer heilen Welt gefährden konnten. Frl. Irmingard machte sich große Sorgen. Eines Tages sagte sie mir: "dann muss eben alles auf den Tisch und wir fangen neu an!" In den Wochen und Monaten danach konnte ich in Absprache mit ihr  und mit ihrer Rückendeckung einige Probleme lösen. Aber immer öfter hieß es: "davon darf Herr Vollmann nichts erfahren." Herr Vollmann war der Ehemann ihrer Schwester Elisabeth und die dunkelgraue Eminenz in der Gralsbewegung. Er war Apostel und als Geschäftsführer der Gralsverwaltung Vomperberg hatte er alle Fäden in der Hand. Bei ihm zuhause stapelten sich die Kriminalromane zu Hunderten. Er nutzte dieses Hintergrundwissen, um die Gralsbewegung so zu leiten, dass keine Probleme an die Öffentlichkeit kamen. Es gelang ihm, zwischen Intrigen und Erpressung seinen Heiligenschein zu bewahren.

 

Herr Vollmann hatte einen engen Vertrauten, der als sein Büroleiter alles wusste und alles machte aber auch seine eigenen Ziele hatte. Unsere Beziehung war so wie die zwischen zwei Spionen, die für beide Seiten arbeiten. Ich erinnere mich noch gut an seine Worte: "Sie haben immer noch nicht begriffen, dass hier auf dem Berg nicht das Wort der Gralsbotschaft gilt sondern das Wort von Herrn Vollmann."

 

Ich versuchte, ihn auf die Seite von Frl. Irmingard zu ziehen, die einen "reinen Tisch" wollte, aber von Herrn Vollmann daran gehindert wurde. Als ich zu der Zeit mit dem schwer erkrankten Herrn Alexander sprach, sagte er mir: "Herr Vollmann ist gegen alles was der Herr (gemeint war Abd-ru-shin) aufbauen wollte."

 

Natürlich blieb Herrn Vollmann nicht lange verborgen, was sich hinter seinem Rücken entwickelte. Meine Tag waren angezählt, ich bat um ein letztes Gespräch zwischen Frl. Irmingard, Herrn Vollmann und mir. Als ich sagte, dass Herr Vollmann aus meiner Sicht zumindest zeitweilig von dunklen Kräften benutzt und gesteuert wird, wartete Herr Vollmann vergebens auf schützende Worte von Frl. Irmingard.     

 

Wulf-Dietrich Rose

 

Noch eine Episode aus meiner Zeit auf dem Vomperberg

 

Anfang der siebziger Jahre wurde ich zu einem Gespräch zwischen Herrn Herbert Vollmann, Herrn Rechtsanwalt Dr. Richard Steinbach und Herrn Rechtsanwalt Dr. Kurt Große im Büro von Herrn Herbert Vollmann im Gebäude der Gralsverwaltung Vomperberg hinzugezogen.

 

Herr Vollmann schilderte mir die bei ihm und dem engsten Beraterkreis um Frl. Irmingard Bernhardt bestehenden Sorgen darüber, dass nach einem Ableben von Frl. Irmingard Bernhardt die Gralssiedlung Vomperberg einschließlich des gesamten beweglichen und unbeweglichen Eigentums von Frl. Irmingard Bernhardt dann Frau Marga Gorski privat gehören würde und nicht der Gralsbewegung.

 

Um das zu vermeiden habe man einen Entwurf für einen Erbverzichts-Vertrag mit Frau Marga Gorski ausgearbeitet, demzufolge Frau Gorski auf ihren gesetzlichen Erbanspruch verzichten soll, damit der gesamte Besitz von Frl. Irmingard Bernhardt in eine >Stiftung Gralsbewegung< überführt werden kann. 

 

Herr Vollmann übergab mir diesen Erbverzichts-Vertrag und erklärte dazu, dass Frau Gorski sich bisher geweigert habe, diesem Vertrag zuzustimmen. Herr Vollmann forderte mich auf, meine seit den Jugendjahren bestehende freundschaftliche Beziehung zu Frau Marga Gorski geschickt zu nutzen, um im Dienste für den Gral und die Gralsbewegung diesen Erbverzicht von Frau Gorski zu erreichen.

 

Ich ging davon aus, dass diese an mich gerichtete Bitte in Abstimmung mit Frl. Irmingard Bernhardt erfolgte und sagte meine Hilfe zu. Dann wurde ich mit den folgenden Worten von Herrn Vollmann verabschiedet: „Seien sie klug wie eine Schlange, um Frau Gorski zum Erbverzicht zu bewegen.“

 

Ich habe danach auch umgehend mit Frau Gorski Kontakt aufgenommen und sie von dem Gespräch unterrichtet. Da sie in den Jahren davor allerdings schlechte Erfahrungen gemacht hatte, wenn sie von Herrn Vollmann stammende Vereinbarungen bzw. Verträge unterschrieben hatte, antwortete sie, dass sie grundsätzlich nichts mehr unterschreiben werde, was von Herrn Vollmann kommt.

 

In vielen Gesprächen, die ich in dieser Angelegenheit in Abstimmung mit Herrn Vollmann, den Rechtsanwälten und mit Frau Gorski hatte, wurde der Erbverzichts-Vertrag nach mehreren Änderungen und Ergänzungen rechtskräftig unterzeichnet. Frau Gorski und ich waren der Meinung, damit für die Gründung einer >Stiftung Gralsbewegung< und die zukünftige Entwicklung der Gralsbewegung eine gute Entscheidung getroffen zu haben.

 

In den Jahren danach wurde die mir gegenüber seinerzeit glaubwürdig geäußerte Absicht, den privaten Besitz von Frl. Irmingard Bernhardt in eine Stiftung zu überführen, fallen gelassen. Stattdessen wurde überraschenderweise die Tochter von Frau Marga Gorski, Frau Claudia-Maria Bernhardt, von Frl. Irmingard Bernhardt adoptiert und testamentarisch zur Alleinerbin bestimmt.

 

Nach dem Ableben von Frl. Irmingard Bernhardt kam es dann zu einem Rechtsstreit zwischen Frau Marga Gorski und Frau Claudia-Maria Bernhardt zur Verlassenschaft von Frl. Irmingard Bernhardt. Zu diesem Rechtsstreit wurden hier sämtliche Klagen und Klagebeantwortungen sowie die Gerichtsurteile in zeitlicher Abfolge zusammengestellt.

 

Wulf-Dietrich Rose

 

 

Eine Episode aus der Gralsverwaltung Vomperberg

 

Anfang der 1970er-Jahre arbeitete ich in der Gralsverwaltung Vomperberg. Die Tätigkeit war entspannt, die Atmosphäre angenehm, leider traute keiner dem anderen. Im Hauptbüro im Erdgeschoß arbeiteten  mehrere weibliche und männliche Angestellte. Im ersten Stock über dem Hauptbüro war das Büro von Frl. Irmingard. Das war der damals gebräuchliche Name von Frau Irmingard Bernhardt. Erdgeschoß und erstes Stockwerk waren durch eine einfache Holzbalkendecke getrennt. Im Büro von Frl. Irmingard ging es gelegentlich etwas lauter zu. Dann wurde es im Hauptbüro darunter sehr leise, denn jeder wollte wissen, was den Zorn von Frl. Irmingard erregt hatte.

 

Eines Tages war der Leiter der Gralsverwaltung Deutschland zum Rapport angereist. Wir konnten gut verstehen, worum es ging. Frl. Irmingard war aufgrund ihrer Lautstärke besonders gut zu verstehen. Es ging offensichtlich um den Nachlaß eines verstorbenen Kreuzträgers, dem Besitzer eines großen deutschen Unternehmens. Das Gespräch dauerte nicht lange. Herr Schulze, der Leiter der Gralsverwaltung Deutschland kam sichtlich erschüttert aus dem Büro von Frl. Irmingard und vermied es, wie üblich noch ins Hauptbüro zu kommen.

 

Bald danach hatte ich ein Gespräch mit Herrn Schulze in der Gralsverwaltung Deutschland. Gleich zu Beginn unseres Gesprächs entschuldigte sich Herr Schulze mit der Begründung, er habe soeben von Herrn Vollmann telefonisch erfahren, dass Frl. Irmingard ihn als Leiter der Gralsverwaltung Deutschland abberufen will. Herr Schulze war völlig verzweifelt und er erzählte mir, dass er immer davon ausgegangen sei, dass ihm und seiner Frau wie bisher bis ans Lebensende eine angemessene Vergütung gewährt wird. Er habe keinen Rentenanspruch und nun seien er und seine Frau plötzlich in einer sehr schwierigen Situation.

 

Er bat mich um Verständnis dafür, dass er jetzt nicht in der Lage sei, unser Gespräch fortzuführen. Einige Wochen später rief er mich an und lud mich zur Fortsetzung unseres Gesprächs ein.

 

Ich war völlig überrascht, in welch guter Laune ich ihn antraf. Es hätte sich alles geregelt, er bleibe weiter Leiter der Gralsverwaltung Deutschland. Freudestrahlend zeigte er mir die auf seinen Namen ausgestellten Kreditkarten: American Express Platinum, Visa, Mastercard, Barclays mit den Worten: "Jetzt bin ich mächtiger als Herr Vollmann."

 

Er blieb noch einige Jahre Leiter der Gralsverwaltung Deutschland und zog dann mit seiner Frau um ins Fürstentum Liechtenstein.

 

Wulf-Dietrich Rose

 

 

Noch eine Episode aus meiner Zeit auf dem Vomperberg

 

Eines Tages bat mich Herr Vollmann, seines Zeichens Apostel und Geschäftsführer der Gralsverwaltung Vomperberg in sein Büro. Er schilderte mir einen Sachverhalt, der mir an sich schon bekannt war. Es ging um die schon länger anhaltende Erpressung der Gralsbewegung durch einen jungen deutschen Staatsbürger, der sich in die Familie Bernhardt eingeschlichen hatte. Der junge Mann, nennen wir ihn Herr K. hatte durch geschickte Fragen viel über die guten Vermögensverhältnisse der Familie erfahren und weil er über einschlägige Erfahrungen verfügte, drohte er, sein Wissen der BILD-Zeitung zu verkaufen.

 

Bisher hatte man seine Geldforderungen immer erfüllt, aber, wie Herr Vollmann sagte, die trotzdem geforderten Beträge wurden immer größer und man wusste nicht, wie man aus dieser Sache herauskommen könnte. Er bat mich, dabei zu helfen, dass diese Erpressungen ein Ende haben. Daraufhin hatte ich ein ernsthaftes Gespräch mit dem mir gut bekannten Erpresser. An die Einzelheiten kann ich mich nicht mehr erinnern.

 

Wenige Stunden nach diesem Gespräch stand Herr K. plötzlich in meiner Wohnung und richtete seine Pistole auf mich. Er war sehr aufgeregt und drohte mir, mich zu erschiessen, wenn ich ihm im Wege bin. Nach einem kurzen Wortwechsel ging er und feuerte dabei mehrere Schüsse in die holzvertäfelte Zimmerdecke der Villa, in der seinerzeit auch die Adoptivtochter von Frl. Irmingard wohnte.

 

Ich berichtete daraufhin Herrn Vollmann von meiner noch erfolglosen Aktion und wir entwickelten einen Plan ganz nach Art der Kriminalromane, die er so gerne las. Wir informierten daraufhin die örtliche Polizei von diesem Vorfall und vereinbarten, dass wir uns melden würden, wenn Herr K. mal wieder mit seinem Motorrad vom Vomperberg nach Schwaz fährt. Dann würde die Polizei ihn im Rahmen einer angeblichen Verkehrskontrolle verhaften. So geschah es auch und der trotz seiner Jugend mehrfach vorbestrafte Erpresser wurde sofort in Untersuchungshaft genommen.    

 

Die anfängliche Freude über diese Entwicklung währte jedoch nicht lange. Herr K. drohte damit, dass mich seine Freunde halbtot schlagen würden, wenn er nicht bald freigelassen würde. Nach intensiver Beratung, auch durch die Rechtsanwälte der Gralsverwaltung, beauftragte Frl. Irmingard privat den besten und teuersten Strafverteidiger Osterreichs mit der Verteidigung des Herrn K.. Dieser Rechtsanwalt hatte die Gralsverwaltung bereits in anderen Fällen erfolgreich vertreten. Es gelang ihm, das Gericht mit einer in sich schlüssigen Lügengeschichte dazu zu bringen, dass Herr K. sofort freigesprochen wurde. Er erhielt lediglich ein Aufenthaltsverbot und musste Österreich unverzüglich verlassen. Ich war zwar als Zeuge geladen, wurde jedoch nicht angehört.

 

Herr K. begab sich sofort mit seiner Harley-Davidson auf eine längere Weltreise; ich freute mich, noch zu leben und darüber, dass es jetzt auf dem Vomperberg einen Erpresser weniger gab.

 

Wulf-Dietrich Rose